Kompetenzerwerb in der Arbeit

Impulsreferat für die Grone-Schulen Niedersachsen gGmbH, Lüneburg
Referentin Heike Hein
Hochwertige berufliche Bildung bleibt nationale Aufgabe
so das Bundesministerium für Bildung und Forschung

Der Unternehmenserfolg hängt wesentlich von den Leistungen der Mitarbeiter ab. Missachtet man die Belange der Mitarbeiter führt dies unausweichlich zu weniger Erfolg. Bei dauernder Mißachtung hat das Unternehmen frustierte und demotivierte Mitarbeiter. Geht man noch einen Schritt weiter, so resignieren die Mitarbeiter > die Innere Kündigung wird vollzogen! …und diese Mitarbeiter bleiben unter Umständen noch 20 Jahre im Unternehmen!! Bedenken Sie die immensen Kosten für das Unternehmen…
Wer trägt dafür die Verantwortung?

Lebenslanges Lernen

Die Europäische Union definiert lebenslanges Lernen wie folgt:
Alles Lernen während des gesamten Lebens, dass der Verbesserung von Wissen, Qualifikation und Kompetenzen dient und im Rahmen einer persönlichen, bürgerschaftlichen, sozialen bzw. beschäftigungsbezogenen Perspektive erfolgt.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung geht vom Aufbruch einer ‚lernenden Gesellschaft’ aus.
Zitat:
„..eine qualitativ hohe Ausbildung möglichst vieler Bürgerinnen und Bürger und ihre kontinuierliche Weiterbildung dient der aktiven Bewältigung des Strukturwandels, der Sicherung der Innovationsfähigkeit der Gesellschaft und Befähigung aller Menschen, sich auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft behaupten und die Gesellschaft mitgestalten zu können…“

Wissenschaftlich begleitete Projekte (HSU und Uni Bremen), ein Bericht über meine Teilnahme an folgenden Tagungen:

1) Ergebnis- und Zukunftstagung Sept. 2006 Helmut-Schmidt-Universität Hamburg,
ca 300 TN, Thema: Kompetenzerwerb in der Arbeit – Berichte, lebendige Diskussion, Arbeit in workshops – TN: Wissenschaftler, Gewerkschaftler (Betriebsräte), Weiterbildungsanbieter, PE, Trainer
vernetzte Lernstrukturen
www.komnetz.de Kompetenzreflektor, pdf Datei 80 Seiten

2) Universität Bremen, Forschungszentrum Nachhaltigkeit, Okt 2006
Thema: Der lernende Betrieb und betriebliches Lernen
Schwerpunkte waren z.B. Lernen und Lernarrangements im Prozeß der Arbeit, vom Konzept zur Umsetzung – oder: vernetzte Lernstrukturen im Unternehmen, wie geht das? – aber auch: können wir das als KMU umsetzen? – QUICK eine Qualifizierungsoffensive der Chemischen Industrie, wissenschaftl. Begleitung durch die UNI Bremen – Büsing & Fasch Gruppe / Fa. SOLVAY > Berichte aus der Praxis

Der Trend geht zu
mehr ressourcenorientierte Weiterbildung im Gegensatz zu defizitorientierter Weiterbildung

Weiterbildung ArbeitnehmerInnen bedeutet 3fach Plus – wie wir alle wissen

- Gesellschaft
Standort Deutschland im weltweiten Wettbewerb verteidigen
- Unternehmen
Flexibilität in einer globalen Welt, unabhängig vom externen Arbeitsmarkt
- ArbeitnehmerIn
hohe Motivation und Bindung an das Unternehmen

…also alles roger – jeder weiß wo’s lang geht – wir hier, wir wissen doch Bescheid, bei uns läuft das genau so, wie beschrieben – es sind die anderen, die es irgendwie nicht kapieren….

Mein Eindruck aus der Praxis ist aber ein anderer:
Theorie und Praxis, 2 Welten…. die Umsetzung hinkt hinterher

Ich möchte gerne 3 Aspekte der Durchführung von beruflicher Weiterbildung aufgreifen und zur Diskussion stellen:
die 3 Aspekte lauten
Bedürfnisse wahrnehmen – lernfördernde Maßnahmen – Transfer sichern

1. Aspekt:
- Bedürfnisse wahrnehmen –

PE-Maßnahmen orientieren sich in der Regel an den Bedürfnissen der Unternehmen:
- Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit
- Erhöhung der Flexibilität
- Erhöhung der Motivation und Integration der Mitarbeiter
- Sicherung des qualifizierten Mitarbeiterstamms
- Berücksichtigung individueller und bildungspolitischer Ansprüche
Persönliche Mitarbeiterziele sind aus betrieblicher Sicht unbedingt zu erfragen – wenn die Bedürfnisse der Mitarbeiter nicht erfragt werden, erfolgt keine aktive Mitarbeit an der Fortbildung, die Folgen:
keine Motivation für die Qualifizierungsmaßnahmen – rausgeschmissenes Geld – das Resultat: das lohnt sich nicht

werden individuelle Bedürfnisse genügend hinterfragt?
werden (versteckte) Kompetenzen der Mitarbeiter entdeckt?
was sind Kompetenzen? ..nur beruflich erworbene oder auch andere…

2. Aspekt:
- lernfördernde Maßnahmen –

neurowissenschaftliche Erkenntnisse belegen:

das abrufbare Wissen ist im Gedächtnis in semantischen Netzwerken miteinander verbunden. Die Erinnerung erfolgt über bestimmte Anregungen assoziativ. Es handelt sich um netzwerkartig organisierte Denkstrukturen. Lernen ist ein Konstruktionsprozeß – kein Rezeptionsprozeß

Im Gegensatz dazu der Nürnberger Trichter ( Inhalte werden als Fakten/Sachinformationen mitgeteilt – Vortrag, Vorlesung, Predigt, Infotexte, Auswendiglernen ) – Anweisungsunterricht

warum wird heutzutage immer noch zu 90% gem Nürnberger Trichter unterrichtet?
warum wird immer noch diskutiert und nicht umgesetzt?
scheitern wir an mangelder ‚Fehlerkultur’?

3. Aspekt:
- Transfer sichern –

PE Maßnahmen sind erst dann erfolgreich abgeschlossen, wenn die Mitarbeiter das Gelernte am Arbeitsplatz/ in der Praxis umsetzen können. Also einen Mehrwert beim Lösen von Problemen erkennen. Die Transfersicherung muß in Kooperation mit den Führungskräften passieren.

Was bedeutet das für die Führungskräfte?
Welche Qualifikationen sind zwingend notwendig?
Kann ich als Mitarbeiter wirklich zugeben, dass mir das Seminar nichts gebracht hat?

abschließend
Konzepte und Perspektiven für Weiterbildung im 21. Jahrhundert

einige Stichwörter

interkulturelle Fähigkeiten und Globalisierung
der demografische Faktor und Wissens-Management
Unternehmenskultur und Kommunikation
die Wichtigkeit von Lern-Netzwerken
Präsenzunterricht und E-Learning/ Fernunterricht, fremd- und selbstorganisiertes Lernen

Wie gelingt es, die Eigenverantwortung für die Anpassung des Wissens an den Arbeitsmarkt zu übernehmen? ..und auch zunehmend selbst zu managen…

Die Eingangsfrage bzgl. innerer Kündigung, sprich demotivierte Mitarbeiter – wer trägt dafür die Verantwortung?

Die GF und die PE tragen die alleinige Verantwortung – nicht die Mitarbeiter.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit, ich freue mich auf eine rege Diskussion!

Heike Hein/ 16.11.2006

Datum: Mittwoch, 11. Juli 2007 19:07
Themengebiet: Allgemein, Consulting Trackback: Trackback-URL
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