Offener Brief an Familienministerin Dr. Kristina Schröder von Melanie Vogel
April 25th, 2012 | Melanie Vogel – Politik für Rabenmütter?
Das neue Buch unserer Familienministerin Dr. Kristina Schröder über die Emanzipation der Frauen erzeugt heftige Kritik. Den ‘offenen Brief an Kristina Schröder’ von Melanie Vogel möchte ich unterstützen.
Auszüge aus dem Brief:
Zitat “…glauben Sie mir, ich verstehe Ihre Situation: als Vollzeit arbeitende Mutter eines kleinen Kindes stecken Sie in den gleichen Rollenkonflikten, unter denen unzählige Mütter schon vor Ihnen gelitten haben, zur Zeit leiden – und auch in Zukunft leiden werden, wenn sich in Deutschland nicht sehr schnell etwas ändert.
Ja, den Stempel „Rabenmutter“ gibt es. Ja, berufstätige Mütter haben es deutlich schwerer, sich im Job zu bewähren. Sie werden nach wie vor diskriminiert und viel zu selten in Betracht gezogen, wenn es um Führungspositionen und Aufstiegsmöglichkeiten geht….” Zitat Ende
Zitat “…Sie haben das alles sehr richtig erkannt. Leider ziehen Sie die falschen Schlussfolgerungen und nutzen Ihre momentane Position als Ministerin nicht aus, um die Strukturen zu ändern.” Zitat Ende
Zitat “…Mittlerweile bin ich zu einer Verfechterin der Quote geworden und habe nun mit Erstaunen vernommen, dass Sie Ihre politische Zukunft an die Einführung oder Nicht-Einführung einer Quote koppeln.
Ich baue darauf, dass die Quote kommt und ich würde mir sehr wünschen, dass Sie Ihre verbleibende Zeit im Amt nutzen und einen Drei-Punkte-Plan umsetzen, der den strukturellen Benachteiligungen von Frauen entgegenwirkt:
- Sorgen Sie dafür, dass das Betreuungsgeld nicht eingeführt wird.
- Schaffen Sie die politische Grundlage, für eine flächendeckende und flexible Kinderbetreuung und fangen Sie damit in Ihrem Ministerium in Bonn an.
- Stimmen Sie einer zeitlich befristeten Quote von 10 Jahren zu.
Danach können Sie dann das tun, was Ihnen zur Zeit vermutlich und verständlicherweise das größte Bedürfnis ist: Frei wählen, ob Sie Beruf und Familie weiter vereinbaren wollen oder nicht.” Zitat Ende
Den kompletten Brief lesen Sie hier
Sehr geehrte Frau Vogel,
ich danke Ihnen für diesen Beitrag! Ich kann Ihnen nur voll und ganz zustimmen und irgendwie bedaure ich das auch… Seit 20 Jahren beschäftige ich mich aktiv mit dem Thema Führungskultur in Unternehmen, insbesondere unter dem Gender Aspekt. Ich hätte mir gewünscht, dass Briefe wie der Ihre, längst der Vergangenheit angehören! In einem bin ich mir aber ganz sicher: ‘die Zukunft ist weiblich’, mixed Leadership ist wirtschaftlich simpel eine Notwendigkeit und nicht mehr aufzuhalten. Die Frage wird allerdings sein, wie lange wir (Deutschen) brauchen das auch umzusetzen. Eine Bundes-Ministerin als Verhinderin hat allerdings eine neue Qualität. Machen wir also weiter meine Damen, kämpfen wir an den verschiedensten Fronten unserer Möglichkeiten für einen breiten Konsenz an der Basis.
MfG. Heike Hein
