Weniger Zurückhaltung, meine Damen!
Frauen im Beruf – Interview mit Heike Hein Süddeutsche Zeitung
17.09.2011, von Vivian Leue
Wer zu bescheiden ist, stellt sich im Beruf ganz schnell selbst ins Abseits. Besonders Frauen schrecken davor zurück, ihre Leistungen hevorzuheben. Doch es gibt Wege aus der Tiefstapelei.
Auszug:
Kompetenzen kommunizieren
Dabei gilt der alte Grundsatz des amerikanischen Philosophen Paul Watzlawick: “Man kann nicht nicht kommunizieren”, sagt Hein. Das heißt: Wer immer leise ist, tiefstapelt und sich im Hintergrund hält, zeigt: Ich bin nicht von mir überzeugt. So jemandem traut man die nächste Karrierestufe auch nicht zu. “Das Ergebnis ist, dass man übergangen und jemand anderes befördert wird”, sagt die Beraterin. Wer das verhindern will, muss lernen, seine Kompetenzen nach außen hin zu kommunizieren – und das authentisch und selbstsicher.
Bescheidenheit ist vor allem bei Gehaltsverhandlungen kontraproduktiv. Um authentisch und selbstsicher aufzutreten und damit auch zum Ziel zu kommen, gibt Rauen einen Tipp: “Man muss sich vor solchen Gesprächen erst einmal bewusst werden, dass man das höhere Gehalt verdient hat, dass man das wert ist”, sagt er. Dann gehe man mit einem gesunden und realistischen Selbstbewusstsein ins Gespräch. Das könne man auch mit einem Sparring-Partner üben, sagt Heike Hein. “Alleine steckt man ja häufig in seinen Gedanken fest.”
