business-wissen.de
Interview mit Heike Hein für business-wissen.de, ein Artikel von David Wolf
Wie Frauen nach oben kommen
Konservatives Rollenverständnis, männlich dominierte Führungsstrukturen, verkrustete Unternehmenskulturen. Bis auf wenige Ausnahmen sind Top-Managerinnen in deutschen Unternehmen Mangelware. Doch Experten zeigen: Mit gutem Selbstmarketing, hoher Risikobereitschaft, der Entwicklung eines authentischen Führungsstils und einer Portion weiblichem Charme kann es gelingen, bis nach oben vorzustoßen.
Auszug aus dem Artikel
Auch Heike Hein coacht weibliche Führungskräfte und die, die es werden wollen. Sie selbst war längere Zeit Geschäftsführerin eines mittelständischen Unternehmens und damit in einer leitenden Position. Auf die Frage, ob es aufgrund ihrer beruflichen Stellung Probleme mit ihren „untergebenen“ männlichen Kollegen gab, antwortet Hein:
“Ich hatte ehrlich gesagt nie ein Autoritätsproblem als Frau in meinem gemischten Team. Die ‚untergebenen’ Männer haben mich immer als Chefin gesehen und behandelt. Anders lief es mit dem Vorstand, der ausschließlich männlich besetzt war. Ich habe länger gebraucht um zu verstehen, was eigentlich auf unseren Meetings falsch lief, warum ich nicht (ausreichend) gehört wurde, warum meine Vorschläge manchmal untergingen oder unwichtige Dinge viel zu lange diskutiert wurden. Erst als ich die Spielregeln der ‚Jungs’ verstanden hatte, konnte ich anders agieren – erfolgreicher und zufriedener.“
Das müssen Frauen für Führungspositionen mitbringen
Was die Studie von McKinsey herausgefunden hat, bestätigt auch Heike Hein: Gemischte Teams aus Männern und Frauen agieren erfolgreicher. Dabei würden viele Frauen eher durch Zufall an Führungspositionen gelangen. Der Rest sei stringente Planung. Frauen, die nach oben wollen, vertrauen danach auf ihr eigenes Potenzial und können dies gut nach außen darstellen – für Hein eine sehr gute Selbst-PR. Die Expertin identifiziert weitere Erfolgsfaktoren dieser weiblichen Leader:
- Risikobereitschaft
- Konfliktfähigkeit
- Hohe Widerstandsfähigkeit
- Kenntnis der männlichen Spielregeln
- Entwicklung eines eigenen authentischen Führungsstils
Nachholbedarf hätten Frauen allerdings in Sachen Netzwerken. Hein erläutert:
„Sie haben den strategischen Wert von Netzwerken noch nicht verinnerlicht. Beim Coaching erlebe ich, dass Frauen sehr schnell gute Beziehungen aufbauen können, es aber als ‚ausnutzen’ empfinden, wenn sie diese strategisch beruflich nutzen. Sie müssen lernen, dass beides möglich und es keine mangelnde Fairness ist.“
Die Zielrichtung ist klar: Frauen müssen Selbstbewusstsein zeigen.
Auszug ENDE
Den vollständigen Artikel online auf der Seite www.business-wissen.de
